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philippinen Report 2 2020 Philippinen: Spektakel oder Desaster?

Vulkanische Blitze und Lavaregen: aus sicherer Distanz ein Spektakel, für die Anwohner ein Desaster.

Am 12. Januar 2020 um 14.30 Uhr eruptiert einer der aktivsten Vulkane der Philippinen. Der Vulkan Taal schiesst in den folgenden Stunden eine 15 Kilometer hohe Tephrit-Säule bis hinauf in die Stratosphäre. In der Folge legt sich eine dicke Aschedecke über die umliegenden Ortschaften. Über 38 000 Familien im Umkreis von 14 Kilometern um den Vulkan fliehen in Todesangst, machen sich buchstäblich aus dem Staub.

Rommy* ist Fischer aus der nahe gelegenen Stadt Agoncillo. Er und seine Familie erinnern sich mit Entsetzen an jenen verhängnisvollen Sonntagnachmittag: »Wir hielten uns in unserer Hütte auf. Plötzlich bebte der Boden, und der Himmel verdunkelte sich mitten am Tag. Wir gerieten in Panik, schnappten uns alles, was wir konnten, und fuhren weg. Seit Wochen kann ich meine Familie nicht ernähren; wir sind auf die Versorgung durch die örtliche Regierung und gemeinnützige Organisationen angewiesen.«

Auch Lisa*, die junge Mutter eines neugeborenen Kindes, rannte um ihr Leben. Sie haust jetzt in einer Schule, die in ein Evakuierungszentrum umgewandelt worden ist. Seit Wochen übernachtet sie mit ihrem Baby, teils fröstelnd, auf einer dünnen Matte. Verwandte, die den beiden Unterschlupf gewähren könnten, hat sie keine. Die junge Mutter gibt ihr Bestes, um ihr kleines Mädchen über die Runden zu bringen.

Carlo*, ein Kleinbus-Fahrer Ende 20, schildert, wie er das Geschehen erlebt hat: »Die Katastrophe geschah überraschend. Sofort fuhr ich los, um nach meiner Frau und den Kindern zu sehen. Glücklicherweise fand ich sie sicher und gesund in einem Evakuierungszentrum. Doch nach Wochen und Monaten, in denen sich die Bedrohung durch den Vulkan nur langsam verringert, werden wir unruhig. Unsere Tätigkeit ist mit einem Schlag zum Erliegen gekommen. Unsere Kinder können nicht zur Schule gehen, und wir haben keine Möglichkeit, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.«

Unabhängig von Herkunft und Stand verbindet diese drei Betroffenen jetzt dasselbe Elend: Sie stehen vor dem Nichts. Der Aschefall, die Lavafontänen und die wiederholten Erdbeben haben alles verwüstet.

Verzweifelte Menschen wie sie sind auf unsere Hilfe angewiesen. Damit kann ihnen ein Neuanfang gelingen.

* Namen geändert

Einblick: Videoeindruck vom Taal Projekt – Hilfseinsatz 2020