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Sibirien Report 1 2020Nigeria: Das Töten geht weiter

In Nigeria kommt es seit vielen Jahren immer wieder zu blutigen Übergriffen seitens muslimischer Extremisten (Boko Haram und Fulani). Eine erschreckende Zunahme dieser Morde ist zu verzeichnen. Tote mussten schon in Massengräbern beigesetzt werden.

Unsere Intervention auf politischer Ebene, u.a. bei der deutschen Bundesregierung, blieb erfolglos. So sind wir erneut in Nigeria gewesen und haben vor Ort ausgelotet, wie wir als AVC den verfolgten Christen Nigerias helfen können.

Frauen und Kinder ermordet
Gashish, etwa 50 km südlich von Jos, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Plateau. Unter starkem Polizeischutz besuchen die AVC-Mitarbeiter die neu aufgebaute Kirche der dortigen Gemeinde. Vor zwei Jahren hatten die Fulani das Dorf in der Nacht überfallen, viele Häuser und die Kirche zerstört. In den Medien wurde über einen Konflikt zwischen verschiedenen Volksgruppen berichtet und die Anzahl der Toten mit 80 angegeben. Doch der Pastor der Gemeinde von Gashish erzählt mit gebrochener Stimme, immer wieder um Fassung ringend, dass es ein gezielter Angriff auf die Christen war und über 180 Opfer zu beklagen waren, zumeist Frauen und Kinder. Die Angreifer hatten damit eine deutliche »Botschaft« gesandt.

In einer Schule haben die Überlebenden notdürftig Unterkunft gefunden. Sie versuchen, ihre zerstörten Häuser und ihr Leben wiederaufzubauen. Besonders erfreulich ist, dass die Kirche, die am meisten betroffen war, komplett wiederhergestellt ist und dort weiterhin Gottesdienste stattfinden. Damit ist Gashish eher eine Ausnahme. Viele Dörfer, die Ziel von solchen Überfällen waren, wurden von den Christen komplett aufgegeben.

Säuberungsaktionen
Auf einer Konferenz mit über einhundert Teilnehmern, meist Pastoren, erweitert sich das Bild. Wir hören erschütternde Berichte von den mörderischen Übergriffen, die das Leben der meisten der Teilnehmer auf dramatische Weise getroffen haben. Und entgegen der »offiziellen« Lesart, handele es sich nicht um einen Kampf um Ressourcen, sondern um eine gezielte Säuberung Zentralnigerias von Christen.

Wir sehen für uns eine Aufgabe darin, unsere Kontakte mit den verfolgten Christen in Nigeria weitzuführen und auch in konkrete Hilfe einmünden zu lassen. Die Zusage, dass dieser Besuch nicht der letzte war, wurde mit Freude aufgenommen.

Weiterhin werden wir Projekte, wie zum Beispiel den Wiederaufbau der zerstörten Häuser der Christen in Gashish finanziell unterstützen. Damit die Menschen in ihre Häuser und in ein Stückchen Normalität zurückkehren können. Wir werden zudem versuchen, auf politischer Ebene ein Problembewusstsein zu schaffen und ein günstiges Handeln zu veranlassen. Und – die Bedeutung darf nicht unterschätzt werden –wir werden nicht aufhören, für unsere verfolgten Mitchristen zu beten. Beten Sie mit.